43. Bunter Abend (2011)

Bunter Abend: Sportler landen einen Volltreffer

DJK-SV Weng begeistert einmal mehr das Publikum − 18 spielfreudige Akteure zeigen drei Einakter

Wenn gestandene Mannsbilder von ihren Frauen auf Diät gesetzt werden und man als lebendige Leich’ die eigene Testamentseröffnung miterleben muss, dann sind das Tragödien, die das Leben kaum schreiben kann. Spielen jedoch kann man das richtig gut – sehr zur Freude des Publikums beim 43. Bunten Abend des DJK-SV Weng. Das hatte seinen Spaß an den drei Einaktern, die die 18 Akteure bei der Premiere den zahlreich erschienenen Gästen präsentierten.

Zuvor jedoch ist es an „Einheizer“ Georg Lorenz alias „Englöder Schos“, den Zuschauern mit lustigen Reimen den Weg zu bereiten – bevor sich der Vorhang zum ersten Mal öffnet. Der gibt sogleich den Blick frei auf die beiden Nachbarn Vitus (Hans Maier) und Valtl (Matthias Hausladen), die von ihren Ehefrauen Betti (Martina Flingelli) und Burgl (Bettina Zechmann) auf eine strenge Diät gesetzt wurden. Statt G’selchts gibt’s nur noch Obst und Salat. Sie selbst halten es mit der Disziplin nicht so genau – was Vitus und Valtl zu ungewöhnlichen Mitteln greifen lässt.

Bekehrt werden muss auch die Verwandtschaft, als es um die Erbschaft des alten „Klinger“ (Hans Höglberger) geht. Der hat sich Zeit seines Lebens ein kleines Scherflein zusammen gespart, will aber noch vor seinem Ableben wissen, wem er das denn später einmal vermachen will. So lässt er von Spezl „Bohner“ (Günter Gottal) seinen Tod verkünden und die liebe Verwandtschaft trudelt zur Testamentseröffnung ein. Da sind die geldgierige Cousine Helene (Tanja Häckl) und ihr treudoofer Ehemann Alois (Stefan Häckl), der herrische Herr Riedmüller (Alois Lorenz) und seine viel zu gutmütige Gattin Anne (Elisabeth Maier) und die wirklich trauernde Nichte Mone (Johanna Höglberger). Sie alle wissen nicht, dass der vermeintlich Verstorbene gemeinsam mit Spezl „Bohner“ und Haushälterin Teres (Martina Allertseder) eine List ausgeheckt hat – statt eines fetten Nachlasses gibt es am Ende nur eine faustdicke Überraschung.

Ziemlich überrascht sind auch die vier Saufbrüder Ambros (Michael Strell), Urban (Stefan Resch) Flori (Josef Rieger) und Wirt Sepp (Johannes Flingelli), als ihre Ehefrauen das bierselige Schafkopfen plötzlich mit dem Vorhaben stören, nun selbst jeden Tag im Wirtshaus demselbigen zu frönen. Weil jedoch weder Sus’n (Martina Flingelli), Klara (Martina Allertseder), Bärbl (Mariele Obermeier) noch Gretl (Mariele Obermeier) das bayerische Kartenspiel beherrschen, begnügen sie sich mit „Schwarzer Peter“. Zum Männer ärgern reicht es allemal. Da kann Kellner Alfredo (Erich Hofbauer) mit all seinem italienischen Charme nur wild gestikulierend daneben stehen. Denn freilich revanchieren sich die Ehemänner mit einem Besuch im Nachtclub für die Kriegserklärung ihrer Weiber. Die ziehen, ist Dorfratsch’n Fanny (Elisabeth Maier) erst einmal beruhigt, ihrerseits in den soeben eröffneten Krieg – mit den Waffen der Frauen: Regenschirm, Bierschlegl und Nudelholz.

Jede Menge Erfahrung und das Händchen fürs Detail merkt man auch in diesem Jahr den vom Regieteam mit Hans Höglberger, Mariele Obermeier und Tanja Häckl inszenierten Einaktern an. So scheinen manche Rollen den Darsteller förmlich auf den Leib geschrieben, und auch das Bühnenbild passt sich mit jedem Stück neu den Begebenheiten an.
Es sind diese kleinen Dinge, die einen Abend in Weng unvergesslich machen. Eine Inszenierung, die auch in diesem Jahr wieder knapp 600 Gäste anlocken wird − und so braucht dem Verein auch um die 44. Auflage nicht bange sein.