48. Bunter Abend (2016)

Bunter Abend begeistert mit vier Lachgeschichten

Laienschauspieler des SV-DJK inszenieren seit 48 Jahren lustige Einakter – Günther Gottal zum 35. Mal dabei – Premiere ausverkauft

„Seit 48 Jahren bringen unsere Laiendarsteller jedes Jahr Ihre Lachmuskeln in Bewegung“, sagte der Vorstand des SV-DJK Weng, Thomas Larverseder, bei der Premiere des „Bunten Abends“ in Weng voraus. Er sollte recht behalten: Schon beim „Vorglüher“, dem Engleder Schos mit seinen humorvollen, teils satirischen Geschichten in Versform, hielt sich das Publikum vor Lachen den Bauch. Und das ist auch gut so, wusste der Schos, denn: „Ein Mann ohne Bauch ist wie der Himmel ohne Sterne.“

Vier Einakter gab es diesmal wieder zu sehen und hören, einstudiert unter der Regie von Tanja Häckl und Johann Höglberger. So verschrieb der Dorfbader Balduin (Johann Höglberger) den Frauen Aurelia (Steffi Höng) von Schustermeister Tonius Leimsieder (Stefan Resch) und Julia (Tanja Häckl) von Ratsschreiber Justus Dürrmeier (Matthias Hausladen) eine Diätkur, um zu verhindern, dass die Damen „immer das Geselchte bis zum letzten Bissen selbst vertilgten“ und die Männer fast nichts abbekommen. Anfangs geht das gut, aber die Frauen kommen den Männern auf die Schliche und vermöbeln sie kurzerhand beim letzten Bissen der gemeinsamen Schlemmerei.

In „Toni und seine drei Frauen“ hatte Günther Gottal sein 35-jähriges Bühnenjubiläum und ist immer noch mit gleicher Begeisterung dabei wie am Anfang seiner Karriere als Laiendarsteller. „Freilich, weil es damals wie heute eine gute Truppe hier ist – und als Rentner habe ich mehr Zeit zum Text lernen“, meinte er schmunzelnd. Diesmal war seine Rolle die des Erbonkels Söllhofer, der dem Bauern Toni (Hans Meier) 1000 Mark zur Hochzeit geschenkt hatte und dafür endlich mal dessen Frau kennenlernen will. Toni hatte sich für das Geld aber einen Ochsen gekauft, und so muss nun schnell eine Frau her. Seine Hauserin Theres (Johanna Höglberger) ist ihm dafür mit ihren 45 plus zu alt, Magd Gundl, die die Nachricht vom erscheinen des Onkels zwei Tage zu spät überbracht hatte, ist dem Sepp, seinem Knecht, versprochen. Bliebe nur noch die Rosl Kornreiter, die aber zunächst nicht mitspielen will. Erbonkel Xaver lernt nacheinander die drei Frauen einzeln kennen und wundert sich über den „Maharadscha von Hinterhugelhopfing“. Bei dem Durcheinander schnappt sich die Rosl dann doch noch den Toni, um wirklich seine Frau zu werden – und die „45 plus“ bekommt der Erbonkel.

„Alles Schwindel“ war vieles im nächsten Einakter. Der Huberbauer (Erich Hofbauer) wird von seiner Frau Anna (Bettina Zechmann) seit der Hochzeit kurz gehalten. Da erfindet der Bauer den unehelichen Sohn Sepp Meierhofer, um monatlich etwas mehr Taschengeld zu bekommen. Und sein Nachbar Wurmdobler (Stadtpfarrer Gunther Drescher) wollte dessen Tochter Eva als vierte Ehefrau ehelichen, weil seine ersten drei Frauen immer so schnell gestorben sind. Per Zeitungsanzeige sucht der Huberbauer einen Knecht, und darauf meldet sich prompt ein Sepp Meierhofer (Christoph Bergmeier), der auch gleich von der Bäuerin eingestellt wird. Im Schlepptau hat er seine Mutter Susi Meierhofer (Susanne Lintner), die die Bäuerin Anna schließlich aufklärt, dass der Sepp nicht vom Bauern sei. Da erscheint der Wurmdobler in der Stube – und die Susi erkennt ihn als den Vater ihres Sohnes. So kommt der Wurmdobler schließlich doch noch zu seiner vierten Ehefrau.

Nach der üblichen Pause zwischen den Theaterstücken war mit „Der selige Florian“ der heurige Höhepunkt angesagt. Nach viel zu viel Sekt kommt Florian Geier (Stefan Häckl) scheintot nach Hause. Die trauernde Familie bahrt ihn in seinem Bett auf. Haushälterin (Martina Ludwig) wurde mit 200000 Mark im Testament bedacht – trotzdem zieht sie über den Toten an seinem Sterbebett unrühmlich her. Ungestört durchsucht sein Diener Franz (Michael Strell) dessen sieben Sachen und nimmt einiges an sich. Doch der „Tote“ bekommt all das mit und rächt sich mit gemeinen Spielchen, während er auf sein neues Gspusi, die Lilli, wartet. Als diese kommt, ist aber keiner da – und um sich vor den anderen zu verstecken, legt sie sich kurzerhand ins leere Bett des angeblichen Toten. Als dann Florian Geier wieder auf der Bildfläche erscheint, weiß von der untreuen Dienstbrigade plötzlich keiner mehr, wie ihnen geschieht: Alle werden entlassen und der „Tote“ umschwärmt seine Lilli.