49. Bunter Abend (2017)

Von Geburtstagen und Pfarrhausg’schichten

Bunter Abend in Weng mit vier Einaktern, Tanz und Humor

Zum 49. Bunten Abend hatte der DJK-SV Weng geladen und das Publikum kam in Strömen, um sich den Schauspielkünsten der Wenger Theaterfreunde hinzugeben. Auch eine Mädchengruppe hat sich im Sportverein heuer wieder gefunden und trat zu Beginn des Abends mit ihren Tänzen auf. Nach der Begrüßung durch Vorstand Thomas Larverseder, der den ganzen Abend mit seinen Ansagen durch das Programm führte, brachte der „Engleder Schos“ als weithin bekannter Humorist die zahlreichen Besucher mit seinen hintersinnigen G’schichterln zum Schmunzeln und Lachen und holte sich dafür mit viel Beifall.

Mit dem Stück „Die Gerichtsverhandlung“ begann dann der Theaterabend. Der Richter (Hans Höglberger) musste einen Streit der Ehepaare „Schlamm“ gegen „Schlacht“ verhandeln. Dabei ging es nach einer durchzechten Nacht um eine Verwechslung der Haustüren. Voll betrunken, einer Karussellfahrt gleich, legten sich die beiden Ehemänner (Erich Hofbauer und Günther Gottal) ahnungslos in die falschen Betten, ehe der eine am Morgen vom Hund „Hasso“ gebissen und der andere von der falschen Frau übel zugerichtet wurde. Vor Gericht gingen die Ehefrauen, einstmals beste Freundinnen (Susi Lintner und Mariele Obermeier), nochmals theatralisch aufeinander los, bis alles aufgeklärt war und man versöhnte sich wieder.

Kaiberl oder Frau gesucht?

Beim zweiten Einakter „Suche Fresser, weiblich“ las die ledige Fini diese Anzeige in der Passauer Neuen Presse. Um vielleicht doch noch an den Mann zu kommen, ruft sie dort an. Das würde den Bauersleuten Agnes und Bertl (Johanna Höglberger und Matthias Hausladen) gerade recht kommen, denn die Fini (Steffi Höng) lebt nach einem Versprechen des Bauern am Sterbebett des Vaters der beiden wie die Made im Speck auf dem Hof. Auf die Anzeige meldet sich auch gleich ein Interessent, der Huber Schorsch (Josef Rieger), doch anstatt des erhofften Kaiberls bietet sich die Fini an. Der Schorsch möchte eigentlich in den Stall, um das Objekt anzuschauen, darf aber nicht und so kauft er auch nix. Andererseits hat die Dorfratsch’n Marianne (Tanja Höglberger) einen heiratswilligen Witwer (Peter Lintner) zum Hof geschickt, aber die Fini will keinen Stammtischbruder. Als dieser ihr aber verspricht, dass die Speisekammer immer voll sein wird, überlegt sie es sich: „So werde ich halt deine neue Witwe.“

Um „Pfarrhausg’schichten“ ging es im dritten Stück das Abends, wo der Dorfpfarrer Stefan Zangerl (Stefan Häckl) nach einem kleinen Rausch am Vorabend beim Stammtisch gerade im Zwiegespräch mit dem Herrgott (im Hintergrund Hans Höglberger) ist. Da stört ihn der Bürgermeistersohn Franzl Pframmerl (Christoph Bergmeier) und beichtet dem Pfarrer, dass er heiraten möchte, aber seine Eltern dagegen sind. Als nächstes kommt die Nichte Liesl (Christina Hauzenberger) des Pfarrers aus der Stadt, setzt sich auf den Schoß vom Pfarrer und erzählt, dass es ihr dort zu hektisch ist und sie wieder heim und heiraten möchte – und zwar den Franzl. Die Pfarrersköchin Wally (Elisabeth Kurth) sieht diese Szene, schreit „Sodom und Gomorrha“ in den Himmel und die Ratschkathl rennt ins Dorf. Der Bürgermeister Konrad Pframmerl (Pfarrer Gunther Drescher) dagegen fühlt sich bei seinen Amtsgeschäften in der Stadt sauwohl und hatte das eine oder andere Gschpusi. In der Pfarrstube kommt es dann zur Begegnung mit einer seiner Geliebten, und zwar der Liesl. Der Bürgermeister, welcher gerade mit dem Pfarrer über den Bau eines Kindergartens diskutiert, ist entsetzt und möchte plötzlich nix mehr von seinem Gschpusi wissen. Der Pfarrer vermittelt und der Franzl und die Liesl bekommen die Heiratseinwilligung vom Bürgermeister und seiner Frau Maria (Steffi Höng) – und der Pfarrer seinen Kindergarten.

„Man wird nur einmal 60“ erzählt die Geschichte des 60. Geburtstag vom Franz Kaulquapp (Hans Meier), welcher mit seiner Frau Maria (Bettina Zechmann) von der Geburtstagsfeier im Gasthaus zurück kommt, die Geschenke im Wohnzimmer abstellt und einen genaueren Blick drauf wirft. „De Verwandtschaft hat sich aber ganz schön ins Zeug gelegt, wenigstens koa Heizdeckn oder a Krawattn“, freut er sich. Da ist im Geschenkkorb unter anderem der gute Rotwein „Rotfuchs“, Leberpastete und Blutwurst sowie Wildschweinpastete für die Katze. „Aber wir ham gar koa Katz“, meint der Franz, dem die Sachen bekannt vorkommen. Er holt den Prospekt eines bekannten Discounters – und tatsächlich: Rotfuchs um 98 Cent, Leberpastete um 40 Cent, Wildschweinpastete sogar 80 Cent. Den Rotwein probiert er gleich, aber: „Auweh, der is ja sauerer als Essig.“ Da klopft es an der Tür und die restliche Verwandtschaft, die zur Feier keine Zeit hatte, kommt zum Gratulieren. „Was kredenzen wir dem Besuch?“ Die Cousinen und Cousins (Melanie Jost, Michael Strell, Tanja Häckl, Stefan Resch) sind ja lauter Feinschmecker. Also wird der saure Wein kurzerhand mit Zucker versetzt und die Wildleberpastete aufs Bauernbrot geschmiert. Allen schmeckt es, und so rücken sie mit ihren Geschenken raus – einer Heizdecke und einer Krawatte. So hatten sich die einen bei den anderen unwissentlich revanchiert und alles war gut.

Viel Applaus für die Laiendarsteller

Dafür, wie schon für alle anderen Einakter, erhielten die Laiendarsteller des DJK-SV Weng ihren verdienten Applaus. „Nur schade, dass es beim Theater keine Zugabe gibt“, meinte auch Vorstand Thomas Larverseder und dankte noch der Souffleuse Syntia Sedlmaier und den beiden Regisseuren Tanja Häckl und Hans Höglberger.

Zusammen stehen sie seit 185 Jahren auf der Bühne

Ehrungen beim DJK-SV Weng: Laienschauspieler nach dem „Bunten Abend“ für ihr langjähriges Mitwirken ausgezeichnet

Der Vorhang ist gefallen, jetzt wird gratuliert: Nach der fünften Vorstellung des Bunten Abends in Weng wurden auch heuer wieder verdiente Mitglieder der Theatergruppe für ihr langjähriges Mitwirken geehrt.

Urkunden dafür bekamen für 10 Jahre „Dabeisein“ die Souffleuse Syntya Sedlmeier und die Schauspieler Johanna Höglberger und Stefan Resch. Fünf Jahre mehr, also 15 Jahre dabei sind Elisabeth Kurth, Matthias Hausladen und Michael Strell und 20 Jahre Schauspiel feierte Hans Maier.

25 Jahre stehen Erich Hofbauer und Peter Lintner auf der Bühne. Aber 40 Jahre lang Mitzuwirken in den 49 Jahren, das schaffte nur Hans Höglberger. In über 200 Auftritten bravourös und mit gekonnter Routine als Darsteller und Regisseur wurde er vom DJK-SV-Weng-Vorstand Thomas Laverseder geehrt. Auch Bürgermeister Jürgen Fundke fand für die ganze Laien-Theatergruppe nur lobende Worte: „Sie tragen mit ihrer Tätigkeit zum gut funktionierenden Dorfleben bei“, freute er sich. Fundke überreichte der Gruppe ein paar Flaschen Wein. Zu den Gratulanten gehörten auch die beiden Ehrenvorstände Josef Lehermann und Alois Immerfall.